Die sozialen Medien sind eine interessante Instrumenten-Gruppe.

Im Orchester des Online-Marketings.

Wollten Sie schon immer einmal wissen, wie Sie für Ihr Geschäft den Bekanntheitsgrad erhöhen und das Image schärfen und pflegen?

Legen wir los.

Chef-Info – Zusammenfassung

  • Ein starkes Markenprofil ist Voraussetzung für Ihre Aktivitäten in den sozialen Medien.
  • Bevor Sie im sozialen Netz aktiv werden, brauchen Sie Ziele.
  • Auf Basis Ihrer Ziele und Ihrer Marken-Identität wählen Sie geeignete Kanäle.
  • Lieber nur einen Kanal bedienen, dafür richtig.
  • Sie brauchen dafür Zeit und einen guten Social Media Manager. Das sind im Zweifel Sie selbst. Es sei denn, Sie haben ausreichend Budget und geeignete Mitarbeiter dafür.
  • Soziale Medien eignen sich für Service-Informationen.
  • Sie eignen sich für das Beschwerdemanagement und das Krisenmanagement. Zugegeben: Krisen in sozialen Medien sind bei kleinen Geschäften eher ein theoretischer Fall.
  • Über soziale Medien stellen Sie Material und Futter für Journalisten und PR bereit. Gezielt Beziehungen zu Journalisten aufbauen, ist ein guter Weg.
  • Finden Sie Influencer oder Meinungsführer, denen Sie wertvolle Informationen liefern.
  • Markenaufbau in den sozialen Medien braucht Zeit.

Was heißt es, eine Marke zu sein?

Eine Marke ist etwas Unverwechselbares, Typisches und Charakteristisches. Mit diesen Fragen gehen Sie dem Kern Ihrer Marke auf den Grund:

  • Was schätzen Kunden an Ihnen?
  • Was ist Ihre Stärke? Was hat Sie stark gemacht?
  • Welche Wendepunkte in der Geschichte Ihres Unternehmens waren wichtig und warum waren sie das?

Diese Antworten sollten Sie parat haben, bevor Sie mit Social Media Maßnahmen Ihre Marke aufbauen oder stärken.

Wie können Sie nun mit sozialen Medien Ihre Markenpersönlichkeit stärken?

Ohne Ziele ist ein Engagement in den sozialen Medien Zeitverschwendung oder ein Stochern im Nebel

Nehmen wir an, Sie erhalten einen Anruf, jemand möchte Ihnen eine Facebook-Fanpage verkaufen. Mit attraktivem Cover-Foto, zu Ihrem Geschäft passendem Profilbild, vielleicht sogar individualisierten Tabs mit eigenen Apps.

Das Ganz könnte sie zwischen 500 € und 1000 € kosten, je nach Aufwand.

Bevor Sie so eine Investition tätigen, wollen Sie sicher wissen, was Sie mit Facebook konkret erreichen können. Oder anders gefragt …

Was können Sie mit sozialen Medien generell bewirken?

Mögliche Ziele:

  • Mit Ihrer Zielgruppe kommunizieren.
  • Service-Leistungen bieten.
  • Verkaufen oder Verkäufe vorbereiten.
  • Evangelisten und Influencer suchen.

Stehen Sie am Anfang Ihrer Aktivitäten in den sozialen Medien, werden die Kommunikations-Ziele im Vordergrund stehen. Auch Kommunikations-Ziele sollten Sie planen und gut vorbereiten. Je nach Kanal bieten sich hier unterschiedliche Möglichkeiten.

Nehmen wir an, Sie möchten Ihre Kunden über Ihr Sortiment informieren, zum Beispiel über eine bestimmte Uhrenmarke. Dann empfiehlt es sich, Fragen Ihrer potenziellen Kunden zu dieser Uhrenmarke vorweg zu nehmen und gezielt zu posten.

Falsch wäre diese Vorgehensweise:

  • Rein werblich auftreten und darauf hoffen, dass mit dem Posten eines Uhrenmodells am nächsten Tag die Kunden Schlange stehen.
  • Nur Behauptungen aufstellen nach dem Motto: „Wir haben bezüglich Marke XY die größte Kompetenz“. Das glaubt Ihnen nämlich niemand und in den sozialen Kanälen schon gar nicht.

Besser ist es:

  • Zu einer Uhrenmarke interessante Informationen zu bringen: Geschichte, Werktypen, Verarbeitung, Herstellung.
  • Wichtige Service-Informationen zu liefern: Qualität der Materialien, Tipps zu Pflege, Hinweise zur Wasserdichtheit, Empfehlungen zu Service-Intervallen.
  • Interessante Storys aus dem Verkaufsalltag zu bringen. Zum Beispiel ein besonderes Erlebnis im Verkauf, das die Marke XY betrifft.
  • Warum für Sie als Juwelier die Marke XY interessant ist.

Sie sehen, hier haben Sie eine Menge Möglichkeiten.

Mein Tipp: Gönnen Sie sich einen halben Nachmittag und nehmen Sie sich vor, Ihre Ziele für Ihren Auftritt in den sozialen Medien zu definieren.

Definieren Sie Ihre Markenpersönlichkeit

Wissen Sie bereits, für was Ihr Geschäft steht? Welche Ausrichtung es hat? Umso besser.

Wenn nicht, sollten Sie das exakt definieren, um das Profil Ihres Juweliergeschäftes zu schärfen.

Die sozialen Medien sind ein wunderbarer Kommunikations-Kanal, um Ihre Markenbotschaft zu verbreiten:

  • Ihre Werte, Ihre Botschaft, für was Sie stehen und was Sie unterscheidet,
  • Ihre sichtbaren Markenzeichen wie Logo, Firmenfarben, Fotos oder Videos Ihres Geschäftes,
  • den Ton, das sprachliche Niveau, auf das Ihre Kunden Wert legen.

Wer als Juwelier oder gehobener Einzelhändler professionell seine Marke pflegt, hat diesen genetischen Code seiner Marke in einem Marken-Handbuch niedergelegt.

Der dritte Punkt, der Ton und das sprachliche Niveau sind für die Wahl der Kanäle nicht unwichtig. Andererseits: Wenn Sie sich zum Beispiel auf Facebook konzentrieren, können Sie durch gezielte Zielgruppen-Selektionen steuern, wer zu Ihnen kommt und wer nicht.

Wie wählen Sie die richtigen Kanäle aus?

Was darfs denn sein? Facebook, Twitter, Google+, Linkedin, oder mehr was Bildhaftes, z. B. Pinterest, Instagram oder Snapchat. Oder gleich virale Videos auf Youtube? Oder wollen Sie als Produkt-Spezialist ein einem Ratgeber-Forum weise Empfehlungen aussprechen?

Entscheidend für Sie am Anfang ist es, sich auf den Kanal zu spezialisieren, mit der Sie Ihren Zielkunden am besten erreichen.

Schauen wir uns einmal ein paar Kanäle im Schnelldurchgang an:

Facebook:

  • Fast halb Deutschland ist auf Facebook.
  • Das Publikum dort ist gereift.
  • Sie können bei Werbemaßnahmen Zielgruppen chirurgisch genau definieren.
  • Mehr und mehr Leute benutzen Facebook, um über Gruppen Geschäft zu akquirieren.
  • Fazit: eine gute Wahl in jedem Falle

Berufliche Netzwerke

  • Xing oder LinkedIn
  • Typische Performer-Zielgruppen
  • Verfolgen dort Karriere oder Geschäftsziele
  • Es gibt Hobby-Bereiche: Zu Beispiel gibt es auf XING eine Gruppe, die sich speziell mit hochwertigen Uhren beschäftigt.
  • Fazit: anschauen, beobachten und eventuell aktiv werden, wenn es passt; für Juwelier mit Kunden, die ein starkes Status-Motiv haben, könnten die Karriere-Netzwerke durchaus interessant sein.

Bild-Portale

  • Instagram oder Pinterest
  • Instagram ist sehr trendy
  • Pinterest sehr individuell
  • Was nicht funktioniert: Spam von Hersteller-Bildern, die Sie zu Tausenden in einschlägigen Online-Shops finden.
  • Was funktioniert: Ausdrucksstarke Bilder, die eine Story transportieren.
  • Gut für Juweliere mit außergewöhnlichem Sortiment, viel Eigenkreationen; auch engagierte Atelier-Goldschmiede sollten sich das ansehen.
  • Trend-Läden können hier mit kreativen Inszenierungen punkten.

Twitter

  • Eignet sich zum Posten kurzer Meldungen.
  • Voraussetzung: ein gutes Quantum an Followern
  • Braucht viel Kreativität, um hier tatsächlich was zu reißen.
  • Aber: Ein guter Kanal, wenn Sie einen Unternehmensblog haben und Blog-Beiträge darüber verbreiten. Denn auf Twitter sind viele Journalisten unterwegs, die hier zu unterschiedlichsten Themen gezielt recherchieren.

Ratgeber-Portale

  • Funktionsweise: Fragen zu allen Produkt- und Service-Themen eines Juweliers oder Facheinzelhändlers beantworten in der Hoffnung, dass Ihr Geschäft als Marke bekannt wird.
  • Aber: Strenge Spam-Regeln, die werbliches Auftreten verhindern.
  • Erfordert Ausdauer und Geduld, kann aber in Einzelfällen funktionieren.

Bewertungs-Portale

  • Beispiel: Yelp
  • Muss man sich gut überlegen, da die tatsächliche Resonanz von Usern sehr unterschiedlich ist.
  • Außerdem: Facebook wird in Kürze Bewertungsmöglichkeiten anbieten, die Yelp & Co. zu schaffen machen werden.

Video-Portale

  • Hier können Sie Ihr Image-Video posten.
  • Allerdings: Videos kosten Geld
  • Do it Yourself Videos funktionieren vielleicht bei sehr bodenständigen Service-Themen.
  • Sobald es um emotionale Inszenierung geht, kommen Sie bei Videos um den Profi nicht herum.
  • Aber: Sie finden viele zum Thema Uhren und Schmuck passende Videos auf diesen Portalen. Diese können Sie als Content-Kurator sammeln und thematisch passend zusammenstellen.

Dies ist ein kurzer Abriss, der unvollständig bleiben muss. Wenn Sie konkrete Anliegen haben, dürfen Sie mich gerne kontaktieren. Gerne gebe ich Ihnen am Telefon Tipps für Ihre Strategie in den sozialen Medien.

Bei der Wahl der Kanäle ist es entscheidend, sich nicht zu verzetteln. Denn Markenaufbau in den sozialen Medien braucht Zeit.

Und Sie brauchen einen Verantwortlichen, der die sozialen Medien für ihr Juweliergeschäft pflegt. Das sind am Anfang im Zweifel Sie als Inhaber/in selbst. Oder Sie benennen einen Social Media Community Manager für Ihr Geschäft.

Bestimme einen Social Media Community Manager

Hier eine Kurzübersicht, was Ihr Community Manager können muss und welche Eigenschaften ihn oder sie auszeichnen.

  • Kontaktfreudig
  • Trifft den Ton der Community
  • Versteht Ihre Marke und kennt ihr Geschäft.
  • Repräsentiert sozusagen den “Pressesprecher” Ihres Juweliergeschäftes.

Ein Community-Manager ist ein Hansdampf in allen Gassen. Er oder sie ist:

  • Markenbotschafter/in
  • Service-Leiter/in
  • Krisen-Manager/in
  • Finanzchef
  • Autor
  • online-besessen

Kunden-Service: wichtig für den Markenaufbau

Sind Sie auf Portalen unterwegs, in denen Service-Themen und Kundenbefindlichkeiten zum Thema werden? Wo könnte das der Fall sein?

Grundsätzlich auf allen Kanälen, die Unterhaltungen via Post zulassen.

Der Social Media Manager wird zum Scanner für Service-Belange!

Einer der sofort aufmerkt, wenn „Wehwehchen“ auftreten, einer der keine offenen Fragen offen lässt, einer der sich kritischen Stimmen stellt.

Einer, der proaktiv ist und sein Ohr der Community leiht. Tag und Nacht an 7 Tagen der Woche.

Einer der Beschwerden als Chancen begreift. Der Beschwerden aufgreift und etwas Positives daraus macht.

Beispiel: Angenommen Ihr Juweliergeschäft hat eine Präsenz auf Facebook. Jemand äußert sich kritisch über Ihr Haus. Dann sollten Sie die Gelegenheit ergreifen, Verständnis zu zeigen, sich zu entschuldigen, Lösungsalternativen anbieten.

Kritik wahrnehmen, erfassen, auf Kritik eingehen, eine Lösung für ein Problem suchen und finden, zur Zufriedenheit der Betroffenen. Damit begeistern Sie Ihre Kritiker und verwandeln sie in Marken-Evangelisten.

Wie wichtig ist Krisenmanagement in sozialen Medien für den gehobenen Einzelhandel wirklich?

Aus eigener Erfahrung habe ich mit Social-Media Seiten noch keine Krisen oder „Shitstorms“ erlebt. Bei Unternehmen mit großen Communities ist das schon eher eine Gefahr. Trotzdem besprechen wir diesen Punkt als theoretische Möglichkeit.

Die Krise ist eine Kundenbeschwerde in verschärfter Form. Sie kann Ihre Marke in den Grundfesten zerstören.

  • Sie brauchen Echtzeit-Infos über Gespräche, die in Krisen ausarten können.
  • Sie müssen in der Lage sein, zuzuhören, wenn sich was zusammenbraut. Auch hier brauchen Sie gute Tools des Social Media Monitorings.
  • Erfassen Sie daher kritische Keywords, die deine Marke betreffen in Alerts. Gute Tools hierfür sind Google-Alerts und Talkwalker alerts. Ich gehe in einem späteren Beitrag auf diese Dinge ein. Es ist aber ganz einfach und stellt keine Raketenwissenschaft dar.
  • Geben Sie Ihren Mitarbeitern Handlungsbefugnis. Erstellen Sie ein Worst-Case-Szenario und legen Sie konkrete Anweisungen fest, wer, wie zu reagieren hat, bzw. wer, wie, wann und wie schnell jemanden anrufen muss. Ideal ist es, wenn in einer Krise Ihre Mitarbeiter agieren können, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.
  • Handeln Sie proaktiv: Gestehen Sie Fehler ein und ergreifen Sie Maßnahmen, die Vertrauen aufbauen. Damit machen Sie Ihre schärfsten Kritiker zu Markenbotschaftern.

Sie sehen, Community Management, das Handling von Service-Problemen oder von Krisen hat viel mit Networking zu tun. Fähigkeiten zum Networking sind für die nächsten beiden Punkte gefragt.

Bauen Sie gezielt Beziehungen mit den Medien auf

Ein sehr bekannter Juwelier aus Hamburg ist ein Meister der PR und beweist diese Meisterschaft seit zig Jahrzehnten.

Halten Sie Ausschau nach Journalisten oder Bloggern, die Sie gerne als Kontakte hätten. Folgen Sie ihnen, belohnen sie sie mit Likes, Shares und Retweets. Tragen Sie aktiv mit zusätzlichen nützlichen Informationen zu ihren Beiträgen bei.

Überlegen Sie bei diesen Aktivitäten, wie Sie Medien-Leuten Nutzen bieten. Vermeiden Sie Spam unter allen Umständen.

Finden Sie Influencer und Meinungsführer

Ein Influencer gilt als Größe und Meinungsführer auf seinem Gebiet. Schaffen Sie es, Ihn für Geschäft, für Ihre Marke einzunehmen, wirkt er als Multiplikator und Sprachrohr.

Wie erkennst du Meinungsführer?

  • Starke soziale Aktivität
  • Hohe Anzahl von Followern
  • Seine Posts verbreiten sich im Netz.

Auf Sie als Juwelier und für die Uhren- und Schmuck-Branche gesprochen, sind das alle Journalisten, die sich gezielt mit den Themen „Uhren“ und „Schmuck“ in der freien Presse befassen. Wer einen Gisbert Brunner als Kontakt hat, der hat gewonnen.

Neben großen Namen finden sich sicher auch interessante Blogger, die Ihrem Geschäft helfen können. Einfach mal recherchieren und höflich anfragen.

Schaffen Sie es, sich als Juwelier mit guten Influencern zu verbünden, kann das den Turboboost für Ihren Absatz bedeuten.

Gut Ding braucht Weile

Ihr Geschäft als Marke braucht ein starkes Fundament. Dieses erarbeiten Sie sich sorgfältig vorab. Anschließend gehen Sie mit Plan und Strategie in die sozialen Medien. Sie definieren Ihre Ziele und wählen die Kanäle aus, über die Sie Ihre Ziele erreichen können.

Sie brauchen eine starke Persönlichkeit als Community Manager. Er ist der Markenbotschafter im Netz und in den sozialen Medien. Er kümmert sich um alle Service-Fragen und sorgt bei Beschwerden für positives Nutzererlebnis.

„Wow sind die kulant und hilfsbereit.“

Er wehrt Krisen ab, schafft eine gute Reputation bei den Medien und verfügt über Kontakte zu Meinungsführern. Durch gezieltes Unterstützen.

So gewinnt Ihre Marke in den sozialen Medien.

  • Ihr Geschäft wird sichtbar und zum Gegenstand von Unterhaltungen.
  • Sie schärfen das Profil Ihres Geschäftes.
  • Sie vermitteln Kompetenz.
  • Sie bringen Kunden in Ihr Geschäft.

Mein Tipp zum Schluss: Vieles können Sie in den sozialen Medien selbst machen. Für eine Facebook-Fanpage brauchen Sie in der Regel keine Agentur. Engagement in den sozialen Medien braucht Zeit und Geduld. Als Markenbotschafter für Ihr Juwelier-Geschäft brauchen Sie die Qualitäten eines Marathon-Läufers.

Rufen Sie mich für Fragen gerne an.

Wie funktioniert Markenaufbau mit sozialen Medien

von Andreas J. Wieland Geschätzte Lesezeit 9 min
0
Share This

Gefällt Ihnen dieser Beitrag?

Wenn ja, sagen Sie es weiter. Teilen Sie ihn mit Ihren Freunden und Bekannten.